Freitag, 27. März 2009

fleisch: erster halt



zwei tage nach meiner abfahrt und einem kurzen zwischenhalt setzte ich das erste mal in meinem leben fuss auf uruguayanische erde! ein grandioses gefühl! hier werden endlich all meine träume erfüllt werden! zumindest im fleischlichen sinn. auf mein erstes richtiges steak musste ich jedoch bis montevideo warten. hat sich aber definitiv gelohnt! fleisch! nieder mit brasil zebus!

ja uruguay hiess zuerst noch einmal strand und noch mehr strand. hat mich aber sehr an europa erinnert. viele dünen, weite wolkenhimmel und auch ab und an ein guss regen, der sich auch mal in eine ganztägige sintflut verwandeln konnte. so eine mischung aus biarritz und bretagne. war ein ziemlicher gegensatz zu brasilien, aber definitiv mit seinen eigenen besonderheiten. die strandkultur war auch sehr unterschiedlich, eher familiär und alle mit mate und thermos unterwegs. In der nachsaison waren die orte schon fast ausgestorben. vor allem cabo polonio, welches ohne elektrizität auskommt, war ein einmaliger ort, um seine ruhe und entspannung zu finden.

nachher der nächste gegensatz als ich direkt von dort in die hauptstadt montevideo fuhr. gut in der nacht erschien sie einiges grossstädtischer als am nächsten morgen. denn auch dort waren die leute ziemlich gemütlich drauf, überall waren sie am mate sippen und den strand hatten sie einfach mit einem hauseingang ausgetauscht, und die grösste avenida geht in buenos aires gerade noch als quartiersträsschen durch.

irgendwie musste ich dann doch dem ruf der gauchos folgen und ein paar tage auf einer estancia verbringen mit allem drum und dran. rösslireiten und fleisch essen wie aus dem bilderbuch, und die leute hatten viel zeit für den einzigen gast, immer sehr freundlich.

nettes kleines land!

Dienstag, 17. März 2009

eine insel mit zwei bergen


ein bisschen konzentration ist schon noetig fuer den bericht ueber das legendaere sagenumwobene florianopolis, welches den seemannsliedern zufolge die schoensten straende und vor allem die schoensten frauen brasiliens haben soll. fuer seeleute ist ja bekanntlich auf dem schiff beides mangelware.. erklaert wohl auch den begriff: alte hafenhure.. hunger ist wohl der beste koch.

mittlerweile bin ich leider schon weitergereist und verfasse diese zeilen, moeglichst getreu meinen erinnerungen! ja was soll man sagen, beides stimmt! kaum aus dem bus ausgestiegen, wird man von der allgegenwaertigkeit der schoenheit fast erschlagen. musste man in der ubahn sao paulos noch beide augen zusammenkneifen um diese zu erahnen, so wird sie einem hier wie perlen vor die fuesse geworfen. aber genug dem chauvinismus gefroehnt, bin ja kein tier aus einem sprichwort!

die straende, waren wirklich auch sehr eindruecklich! anfangs war ich einem ruhigen kleine hostel ganz im sueden der insel, die leute, sowohl gaeste als auch besitzer waren wie eine familie. zusammen kochen und essen jeden abend und danach gemuetlich ein bier trinken. die insel war ingesamt einiges groesser als ich dachte. aber genau dies macht auch ihre vielseitigkeit aus. einerseits gibt es die stadt mit ihrem ganzen angebot und daneben verschiedene straende. im sueden eher ruhig, in der mitte ziemlich viel party und im norden sehr edel.

fuers wochenende fuhr ich in die mitte der insel in ein hostel mit genialer aussicht ueber die lagune (ja hats auch dort) und nahe bei den straenden. so viel war dann aber auch nicht los im ausgang. schade, saison ist halt vorbei. interessant war auch der ausflug in die stadt, um mir eine theaterperformance anzuschauen, von einem regisseur, den ich bus getroffen habe. hmm ja, kunst eben..

nach einem heftigen gewitter, war dann am montag vorerst schluss mit strand und ich verliess mit dem neun uhr bus die insel ueber die bruecke.

Donnerstag, 5. März 2009

brasilien, ein europäisches konstrukt




4 tage wasser und brot war dann auch mir irgendwann einfach zu viel. so musste ich schweren herzens das leben in der askese aufgeben und mich wieder den niederen tätigkeiten widmen.




curitiba war mein erstes ziel auf dem pfad der sünde. von allen brasilianern hochgelobt diese stadt: sehr sauber, perfekter öffentlicher verkehr, viel grün, ein museum von und für den nationalarchitekten usw. ja, das konnte ich alles bestätigen, nur irgendwie fehlen halt bestimmte eigenschaften, die eine stadt speziell machen. alles in allem ein bisschen fad.




nachher gings in das deutsche herz brasiliens, blumenau und pomerode. fachwerk, okterfest, bier und wurst, blondinen und viele andere leute mit einem ziemlich ostdeutschen akzent. ist irgendwie ein bisschen wie, wenn man einen österreichischen skiort mit dem helikopter in die tropen fliegen würde. blumenau ist eine ganz nette kleinstadt und ziemlich ruhig, wenn nicht gerade das oktoberfest statt findet.

carnaval 2009



nein, nein, cachaça ist nicht wasser. da haben sich auch dieses jahr wieder einige geirrt!